Wie Apple, Google, Facebook & Co. in Zukunft zu unserer Hausbank werden könnten.


Auf dem letzten Apple Special Event im März im Kalifornischen Cupertino, dem Stammsitz des Technologie-Giganten Apple, hat Konzernchef Tim Cook die Zukunft eingeläutet.

Er hat während seiner Keynote den neuen digitalen Meilenstein seines Unternehmens vorgestellt: Die Apple Card.

Eine aus Titan gefertigte Kreditkarte, die genauso aussieht, wie man sich Produkte von Apple vorstellt: schlicht, elegant und vor allem hoch praktikabel.

Die Apple Card ist nicht nur eine sinnvolle Ergänzung des konzerneigenen Bezahldienstes Apple Pay, sondern vor allem ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer digitalen Finanzmarktrevolution. Oder um im Jargon vom verstorbenen Apple Gründer Steve Jobs zu bleiben: auf dem Weg zur größten Bank der Welt.

Doch nicht nur Apple, auch Google, Facebook und Amazon schlagen eine ähnliche Richtung ein. Sie alle bewegen sich langsam aber stetig auf den Markt der Finanzdienstleistungen zu. Alle genannten Unternehmen forschen in diese Richtung, oder bieten bereits entsprechende Finanzdienstleistungen an. Denn auch Amazon bietet seinen Kunden bereits eine eigene Kreditkarte, sowie Kredite und Konten für amerikanische Kleinunternehmer.

Ich bin überzeugt, und ich habe es an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnt, die zukünftig größten Banken der Welt, werden aus dem kalifornischen Silicon Valley kommen, der Wiege der bis heute größten Technologiekonzerne der Welt.

Derzeit sind die genannten Digitalkonzerne zwar noch auf Banken und ihre Infrastrukturen und Lizenzen angewiesen, doch eine moderne Technologie könnte auch dieses Abhängigkeitsverhältnis bald terminieren.

Die Blockchain-Technologie als Gamechanger in der Finanzbranche

Die starren regulatorischen Strukturen der alten Finanzelite dienen derzeit noch als Bollwerk gegen die digitalen Konkurrenten, doch die Frage, die sich stellt, lautet, wie lange können die etablierten Finanzhäuser ihre Vormachtstellung noch aufrechthalten.

Da wundert es nicht, dass gerade die benannten Technologie-Konzerne vermehrt auf die Entwicklung der Blockchain-Technologie setzen. Ob es dafür immer ein eigener Coin, eine Art digitale Währung, wie beispielsweise Facebook sie plant, sein muss, bleibt indes fraglich.

Mit Hilfe eigener Finanztransaktionssysteme, basierend auf der Blockchain-Technologie, können die Herausforderer aus dem Silicon Valley ihre Unabhängigkeit zurückgewinnen und sich unter Umständen sogar aus den regulatorischen Fesseln von Staaten lösen.

Die Technologie würde es ermöglichen, Finanzsysteme erstmals ohne Mittelsmann zu erstellen und auch Staaten dürfte es dann zunehmend schwerfallen, regulatorischen Einfluss auszuüben.

Die Frage nach dem ´Wie´ könnte also mit der Blockchain-Technologie beantwortet werden.

Doch selbst ohne die Technologie, die den Bitcoin so populär gemacht hat, ist der Weg der zukünftigen Finanztransaktionen recht eindeutig. Der Weg lautet: Messenger Dienste

Die Nachrichten-Apps der Internetgiganten bieten die technische Möglichkeit, Finanztransaktionen noch bequemer und schneller zu gestalten. Was beim chinesischen Pendant zu WhatsApp, WeChat genannt, bereits heute von über einer halben Milliarde Menschen verwendet wird, könnte auch bei den, in unseren Breiten, verwendeten Nachrichten-Diensten bald gängiges Prozedere sein: Geld so schnell und einfach wie der Versand einer Text-Nachricht an eine andere Person zu senden.

Bereits heute dauert der Versand kaum länger als eine Textnachricht. Paypal oder der hausinterne N26-Dienst MoneyBeam machen es bereits vor.

Mit MoneyBeam kann man Geld an die eignen Kontakte deines Smartphones senden, ohne deren Bankverbindung zu kennen. Dabei wird N26-Kunden das Geld in Echtzeit auf ihrem Konto gutgeschrieben.

Der Vorteil solcher Möglichkeiten liegt auf der Hand. Niemand müsste mehr auf langsame Abwicklungssysteme wie SWIFT oder auf komplexe und kostspielige Prozeduren für Auslandsüberweisungen zurückgreifen.

Warum Apple und Co. keine Banken kaufen

Hast du dir eigentlich schon mal die Frage gestellt, warum die Technologie-Giganten wie Apple und Co. eigentlich keine Banken kaufen? Dann könnten sie sich doch auf einen Schlag die notwendige Infrastruktur und das Know-how kaufen. Und beiläufig unliebsame Konkurrenten beiseite schaffen.

Und "günstig" zu erwerben sind die kriselnden Riesen obendrein. Eine Deutsche Bank hatte zum Ende des vergangenen Jahres eine Marktkapitalisierung von knapp 14,5 Mrd. EUR (Quelle www.statista.de).

Apple könnte mit seinem Cashflow von über 64 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018 die Deutsche Bank quasi aus der Portokasse bezahlen. Also warum sehen wir wohl eher Fusionen zwischen zwei angeschlagenen Banken, als die Übernahme durch einen Tech-Giganten? Die Antwort lautet aus meiner Sicht: Weil Banken das alte Geld und somit das alte System repräsentieren.

Warum sollte sich also ein profitabler Konzern eine Bank ans Bein binden, wenn man, wie oben ausgeführt, selbst beinahe alle Möglichkeiten besitzt, ein eigenes, neues System zu begründen?

Eben.

Was uns erwarten könnte Die Marktanteile werden sich in Zukunft weiter verschieben. Man muss wohl kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die Überlegenheit der modernen Silicon Valley Konzerne mit jedem weiteren gewonnen Kunden zunehmen wird. Denn jeder Apple-, Amazon- oder Facebook Kunde und Nutzer ist zugleich ein potenzieller Kunde konzerneigener Finanzdienstleistungen.

Schlussendlich wird das alte, bestehende Finanz-Ökosystem von den althergebrachten Strukturen entkoppelt werden. Die neuen Strukturen werden dann sicher nicht mehr in den Händen herkömmlicher Banken liegen.

Damit wird sich wohl auch sicher das angestammte Geschäftsmodell der bekannten Banken und Finanzhäuser verändern müssen.

Wer dieser Entwicklung bis hierin skeptisch gegenüber steht und nicht so recht glauben möchte, für den hat der Sänger Bruno Mars eine geeignete Songzeile parat: "Don´t believe me, just watch!" ;-)

Herzlichst


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