• Holger Malz

So überwindest du deine "finanziellen" Emotionen


In diesem Beitrag werde ich die Frage beantworten, warum viele Menschen teils panische Angst davor haben, sich mit Geldanlagen und Finanzmärkten zu beschäftigen.

Und ich zeige dir, wie du diese Angst lokalisierst und überwindest.

Lass mich jedoch zunächst eine Sache feststellen, die du wohl sicher auch so unterschreiben kannst: Es gibt vermutlich keinen Menschen auf dieser Welt, der von sich behaupten könnte, er wäre durch die Zinsen, die er von seiner Bank auf seine Spareinlage bekommt, reich geworden.

Selbst, wenn jemand vorher schon reich war, macht ihn das Parken seiner Spareinlage bei seiner Bank schrittweise ärmer. So viel ist "sicher". Der Grund dafür ist recht banal und dennoch scheint sich kaum ein Bankkunde daran zu stören: Neben den Sparzinsen, die nahe dem Nullpunkt rangieren, fressen die auf die "Gewinne" fälligen Steuern und Gebühren den mageren Rest unseres Ersparten auf. Die Inflationsrate lasse ich in dieser Rechnung besser unerwähnt. ;-) Und dennoch scheinen speziell Banken "der sicherste Ort" zu sein, wenn es um unser aller Geld geht. Banken geben sich auch wirklich Mühe und investieren einen großen Berg an Geld in ihr Marketing, um uns Sparer dies glauben zu lassen. Ok, wir verlieren tagtäglich Geld, aber die Verluste sind zumindest sicher, also nicht nur sicher sondern abgesichert. 

Und so glauben viele Sparer der Mär, dass die bösen Finanzmärkte eben nur etwas für abgezockte Finanzjongleure seien und der hartarbeitende Sparer sein Geld besser sicher im Tresor der Hausbank hortet...bildlich gesprochen.  Und damit wird ein eigenständiges, selbstverantwortliches Investieren kurzer Hand zur Raketenwissenschaft erklärt, Fachbegriffe schrecken die Unwissenden ohnehin ab und die Sicherheitsfanatiker lassen sich zum Schluss noch mit Begrifflichkeiten wie "Einlagensicherung" an ihre Hausbank binden. 

Jeder Kunde, der seiner Bank den Rücken kehrt, würde am ohnehin wankenden Finanzmonopol rütteln, daher liegt ein Fokus der Banken im Aufrechterhalten des aktuellen Angst-Status seiner Kunden. 

Doch genau in solch turbulenten Zeiten, wie wir sie derzeit vorfinden, in dem ein Virus, nicht nur Versäumnisse im unterfinanzierten Gesundheitssektor offenbart, sondern auch schonungslos die Ohnmacht der Finanzobrigen offenlegt, genau in solchen Zeiten ist es von enorm großer Bedeutung, sich seiner Ängste im Umgang mit dem eigenen Geld zu stellen. 

Wir sollten lernen, das Beste für uns und unser Geld zu fordern und nicht paralysiert zuschauen, wie sich unser Guthaben Tag für Tag dezimiert.

Emotionen und Geld - eine explosive Mischung

Sicher hast du schon mal den Spruch gehört "Wenn es um Investieren geht, musst du deine Emotionen ausschalten!". Wenn es uns Menschen doch nur so einfach fallen würde, der einen oder anderen Sache im Alltag mit etwas gedämpfteren Emotionen zu begegnen, dann wäre sicher vieles einfacher. 

Doch in dieser Aussage steckt ein wichtiger Kern. Und die Message ist zu 100% korrekt.  Überwinde deine Emotionen im Umgang mit Geld und du wirst bessere Entscheidungen treffen.  Doch bevor wir emotionsbefreit investieren können, müssen wir lernen, einige dieser tiefsitzenden Gefühle zu überwinden, die wir teils durch familiäre Prägung Jahrzehnte mit uns herumtragen. Und wie bei allen schlechten Gewohnheiten, die wir herangezüchtet haben, können wir diese erst dann beseitigen, wenn wir sie eindeutig identifiziert haben. Wir müssen zunächst verstehen, dass sie da sind, dass sie uns in unseren Entscheidungen hemmen und vor allem müssen wir verstehen, woher sie stammen. 

Es ist an der Zeit, schonungslos ehrlich zu sein. Stell dir selbst am besten die Frage "Was sind meine wahren, innersten Gefühle in Bezug auf Finanzmärkte?" Notiere dir deine ersten Assoziationen und Gedanken zu dieser Frage. Schreib einfach drauf los und gehe im Anschluss deine Liste Punkt für Punkt durch. 

Ich könnte mir vorstellen in deiner Auflistung finden sich Sätze wie "Am Aktienmarkt verdienen nur die Großen" oder "Aktien sind mir zu kompliziert" oder auch Klassiker wie "Ein Investment in Immobilien ist nur etwas für Reiche".

Im zweiten Schritt nimmst du deine Liste und hinterfragst jeden Punkt auf seine Herkunft. Woher stammen diese Gefühle? Kommt es vielleicht daher, dass du beispielsweise jemand kennst, der sein eingesetztes Geld am Aktienmarkt verloren hat? Oder haben deine Eltern bestimmte limitierende Glaubenssätze in Bezug auf "Geld" oder "Investieren" an dich weitergegeben?

Grundsätzlich müssen wir erkennen, dass Selbsterkenntnis ein starkes Instrument ist, wenn es darum geht, zu erkennen, warum wir wie über eine bestimmte Sache denken und wie wir diesbezüglich handeln. Nur mit dem gegebenen Maß an Selbsterkenntnis können wir wie ein Profi agieren und investieren.  Falls Emotionen auftauchen, und das wird sicher geschehen, sollten wir vorbereitet sein, erkennen, auf welcher Grundlage sie gerade in dieser Situation auftreten und unser Handeln nicht davon leiten lassen. 

Tatsächlich ist dies wohl die einzige Methode, Vertrauen in das eigene Handeln in Sachen Geld und Investments zu entwickeln. 

Wir müssen lernen, dass die Quellen unserer Gefühle, zumindest in diesem Zusammenhang, keine hilfreichen Quellen sind. Sie entstehen in der Regel durch ältere Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte, die schlechte Erfahrungen gemacht haben oder nicht zuletzt aus der Marketing-Maschinerie der Bankenbranche. Wir müssen lernen, die Herkunft und die Entstehung solcher Gefühle einzuordnen und richtig zu deuten. 

Und ein Tipp zum Abschluss: Das beste Investment ist immer noch das in dich selbst. Wenn du verstehst, mit deinen Emotionen umzugehen und wenn du lernst, wie Finanzmärkte funktionieren, dann steht deinem finanziellen Erfolg nicht mehr viel im Weg.  

Und zum finanziellen Erfolg gehört auch immer ein Stück Risiko. Willst du mehr als du jetzt hast, solltest du Freundschaft schließen mit gewissen Risiken. Dazu fällt mir ein passender Spruch des US-Milliardärs Daniel S. Pena ein: "Gehe Risiken ein, du kannst nicht vom Fußboden fallen."

In diesem Sinne, bleibe gesund und lerne Tag für Tag ein Stück dazu, wie du dein finanzielles Potenzial entfalten kannst. 

Herzlichst




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