• Holger Malz

Was ist eigentlich Geld?

Aktualisiert: 13. Dez 2020


Es gibt Dinge, die sind für uns so selbstverständlich, dass wir uns meist gar keine Gedanken über sie machen.


Eins davon ist sicher die Frage, was eigentlich Geld ist und wie das Geld entsteht, das wir tagtäglich nutzen?


In diesem und in einem weiteren Blogartikel gehe auf diese beiden Fragen ein.


Heute schlüsseln wir zunächst auf, was Geld überhaupt ist, welche verschiedenen Formen und welche Arten des Geldes es gibt.


Zum Schluss verrate ich dir noch eine kleine Anekdote zu unseren Euro-Scheinen, über die du dir bisher vermutlich noch gar keine Gedanken gemacht hast.


Da meine Blogartikel den Zweck erfüllen sollen, dass du einen schnellen Überblick über die von mir besprochenen Themen erhalten sollst, kann ich an dieser Stelle natürlich nicht auf alle Facetten des Themas eingehen. Aber lass uns nun mit dem Thema Geld starten.

Was ist überhaupt Geld?

Wir alle nutzen Geld wohl fast jeden Tag, aber so richtig viele Gedanken machen wir uns meist nur, wenn wir mal zu wenig davon haben.


Grundsätzlich ist Geld ein indirektes Tauschmittel.

Das es ein Tauschmittel ist, war dir sicher schon klar, denn schließlich tauschst du morgens beim Bäcker meist ein paar Münzen deines Geldes gegen Brötchen.

Das „indirekte“ dabei ist, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners deckt, sondern nur zu weiteren Tauschaktionen einsetzbar ist.

Ein kurzes Beispiel hierzu. Dein Geld, das du für die Brötchen zahlst, muss der Bäcker nehmen und seinerseits für seine Bedürfnisse mit einer anderen Partei, beispielsweise dem Lieferanten seiner Teigwaren, tauschen. Du zahlst also nicht direkt den Lieferanten, sondern quasi nur indirekt.

Die wichtige Grundvoraussetzung, die Geld als Tauschmittel erfüllen muss, ist, dass es von der Allgemeinheit als Tauschmittel anerkannt wird. Sollte dein Bäcker dein Geld nicht als Tauschmittel anerkennen, wird er dir für deine Münzen vermutlich keine seiner Brötchen überlassen.


Daher ist es wichtig, dass Geld auch von allen Stellen des öffentlichen Lebens zur Begleichung von Rechnungen, Käufen und Dienstleistungen unbegrenzt akzeptiert wird.


Die drei Formen unseres Geldes


Grundsätzlich gibt es drei Formen des Geldes.

Es gibt Münzen, Banknoten, also unsere Geldscheine und es gibt Buchgeld oder sogenanntes Giralgeld.

Unter Giralgeld versteht man Geld des bargeldlosen Zahlungsverkehrs der Banken. Also auch dein Guthaben bei einem Kreditinstitut, über das du beispielsweise durch Überweisungen verfügen kannst. Es wird natürlich nicht in physischer Form bewegt, sondern rein digital. Wir sprechen über Giralgeld und seine Entstehung im nächsten Blogartikel.



Die zwei Arten unseres Geldes

Neben den drei verschiedenen Formen des Geldes gibt es noch zwei unterschiedliche Arten.

Man spricht zum einen von „gedecktem Geld“ und auf der anderen Seite von „ungedecktem Geld“.

Bei gedecktem Geld werden Münzen aus einem wertvollen (Edel-)Metall hergestellt. Die Zahl auf der Münze entspricht dabei dem Wert des Metalls.

Der Wert des Geldes ist somit durch etwas gedeckt, was anerkanntermaßen denselben Gegenwert darstellt. Hierzu solltest du unbedingt mal den Begriff "Goldstandard" googeln. Denn bis in die Anfänge der Siebziger Jahre wurde nur so viel Geld im Wert "gedruckt" wie man durch physisches Gold decken konnte. Spoiler-Alarm: Seit 1973 sind wir vom Weg des goldgedeckten Geldes abgewichen.


Wie dir jetzt sicher schon aufgefallen ist, gehört unser heutiges Geld in die zweite Kategorie, die des ungedeckten Geldes. Denn weder die Materialien, aus denen unsere Banknoten noch unsere Münzen gefertigt werden, haben den entsprechenden Gegenwert, der auf unser Geld gedruckt ist.


Daher spricht man bei ungedecktem Geld auch von FIAT-Geld. Diesen Begriff hast du sicherlich schon mal gehört. Der Begriff Fiat stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „es werde“ oder „es entstehe“.

Genau genommen kann man sagen, dass unser aller Geld aus dem Nichts entsteht.

Es besteht auch kein Anspruch an die Zentralbank, uns für einen Hundert-Euroschein bspw. die selbe Wertmenge an Gold auszuzahlen.

Beim Fiat-Geld sind Münzen und Banknoten also immer nur so viel wert, wie die Gegenstelle freiwillig bereit ist, dafür zu geben. Das System des ungedeckten Geldes fußt demnach auf Vertrauen und nicht auf einem realen Gegenwert unseres Geldes.


In der nächsten Folge widmen wir uns dann der Frage, wie Geld überhaupt entsteht. So viel sei vorab schon verraten. Eine Gelddruckmaschine kommt dabei nur sehr selten zum Einsatz.


Hier noch die versprochene Anekdote zu unseren Geldscheinen. Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass alle Motive und Gebäude auf unseren Euro-Scheinen in Wirklichkeit gar nicht existieren. Der Grund liegt nicht darin, dass wir in der Euro-Zone keine schönen und vorzeigbaren Gebäude oder Denkmäler besäßen, mit denen man die Scheine bedrucken könnte. Vielmehr wollte man einen Streit unter den Staaten vermeiden, wer mit welchem Gebäude auf welchen Euro-Schein darf. Euro-Kritiker mutmaßten auch, dass man vielleicht damals schon ahnte, dass das eine oder andere Land nicht in der Euro-Zone bestehen bleiben würde.

So oder so hat man sich letztlich für fiktive Bauten entschieden.

Kritiker unserer Fiat-Geldsystems sagen dazu oft, dass die Gebäude auf den Geldscheinen so fiktiv sind wie der substanzielle Wert des Euros.


Wie dem auch sei, im nächsten Artikel wird es sogar noch unglaublicher, denn wir durchleuchten den Entstehungsprozess von Geld.


Bis dahin alles Gute. Herzlichst






Abbildung unten: Die Entwicklung des Geldes

Anmerkung: Die Entwicklung ist mit unserem heutigen Geld natürlich noch nicht abgeschlossen. Unser Geld wird digital. Und damit sind nicht die bisher bekannten Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. gemeint, sondern vielmehr sogenanntes digitales Zentralbankgeld (CBDC Central Bank Digital Currency) vermutlich in Form eines E-Euros.