Bist du ein "Yes, butter" oder ein "Why notter"?


Vielleicht hast du schon mal etwas vom sogenannten "Yes, but"-Syndrom gehört! In deutsch klingt es weniger spannend, meint jedoch das selbe. Das sogenannte "Ja, aber"-Syndrom.

Du hast noch nie vom "Ja, aber"-Syndrom gehört? Auf den ersten Blick nicht schlimm. Doch, dann bist du unter Umständen betroffen und weißt es gar nicht.

Leider, das muss ich an dieser Stelle sagen, gehört das Syndrom nicht zu den Dingen, der man wie einem kleinen Schnupfen oder einer leichten Grippe keinerlei größere Bedeutung beimessen sollte.

Beim "Ja, aber"-Syndrom handelt es um eine ernstzunehmende "Erkrankung". Lass mich dir zunächst erklären, was man unter dem "Ja, aber"-Syndrom versteht. Das "Ja, aber"-Syndrom veranlasst Menschen dazu, ganz egal, welchen Vorschlag du ihnen unterbreitest, dir diesen "dankend" abzulehnen. Und das, nachdem sie dir, zunächst mit einem kurzen aber vehement vorgetragenem "Ja" ihre Zustimmung ankündigen. Gut, du denkst jetzt vielleicht, dass ist ja nichts so außergewöhnliches. Das kommt ja immer wieder mal vor. Und genau darin steckt das pathologische. Wenn du etwas immer wieder machst, zeigt sich ein Verhaltensmuster.

So weit so gut, aber warum spreche ich in diesem Zusammenhang von einer "Krankheit"? Also, zunächst habe ich den Begriff Krankheit in Gänsefüßchen gesetzt. Denn es ist nicht wirklich eine Krankheit, die ein Internist behandeln könnte oder würde. Und doch setzt sie den Betroffenen sehr zu. Zumeist sogar ohne ihr Wissen.

Woran erkennst du nun, ob du persönlich vom Krankheitsbild "Ja, aber" betroffen bist?

Wenn dir jemand einen wirklich guten Tipp gibt, wie du dein Geschäft erfolgreich voranbringen kannst und du weißt, dass dieser Jemand auch wirklich erfolgreich ist, in genau dem Bereich, in dem er dir zu helfen versucht und du antwortest auf seinen Tipp mit "Ja, das ist eine sehr gute Idee, aber bei mir funktioniert das so nicht, weil..!", dann besteht die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Betroffener bist.

Möchtest du wissen, was das Gefährliche an dem "Ja, aber"-Syndrom ist? Die Gefahr für dich als möglicher Betroffener liegt schlichtweg darin, dass du nicht offen bist. Du pflegst ein Erfolg verhinderndes Mindset! Das bedeutet, du wägst Vorschläge und Lösungsansätze nicht wirklich auf deren Sinnhaftikeit ab, sondern du negierst diese beinahe aus einem Reflex heraus.

Als Betroffener bist du nicht offen neuen Vorschlägen gegenüber und erst recht nicht offen, vielleicht neue Wege zu beschreiten. Du beschneidest dich selbst und deine Möglichkeiten, da du Ausreden für deine oftmals vorherrschende Untätigkeit suchst.

Ich darf dich jedoch beruhigen. Es gibt ein sehr effektives und hochwirksames Gegenmittel gegen das "Ja, aber"-Syndrom. Die "Why not"-Einstellung, oder auf deutsch, die "Warum nicht"-Einstellung.

Sie ist nicht nur hocheffektiv in der Behandlung des "Ja, aber"-Syndroms, man merkt nach der regelmäßigen Anwendung zudem eine deutliche, allgemeine Stimmungsverbesserung. Auch scheint sich das eigene Leben durch die "Warum-nicht"-Einstellung in anderen Ebenen zu verbessern. Der Nachteil: Die "Warum nicht"-Einstellung existiert noch nicht in Tablettenform. Dies bedeutet, man muss sich als "Ja, aber"-Syndrom-Betroffener regelrecht und vor allem immer wieder dazu zwingen, dem persönlichen Syndrom mit der "Warum nicht"-Einstellung entgegenzuwirken.

Selbst Hollywoods Traumfabrik hat sich der "Ja, aber"-Syndrom-Thematik angenommen und hat mit dem Film "Der Ja-Sager", mit dem US-Schauspieler Jim Carrey in der Hauptrolle, einen sehr ansehnlichen Erfahrungsbericht entwickelt. Der Film zeigt, wie sich das Leben des Protagonisten zum Positiven verändert, nachdem er beschließt, "Ja" zum Leben und zu den Aufforderungen und Vorschläge seiner Mitmenschen zu sagen.

Wenn du persönlich nicht vom "Ja, aber"-Syndrom betroffen bist, jedoch Menschen in deinem Umfeld kennst, die unter diesem Syndrom leiden, gibt es für dich Abhilfe.

Ich gebe dir gerne eine kurze Hilfestellung, wie du mit "Ja, aber"-Menschen umgehen kannst.

Widerstehe dem Drang, diesen Menschen Lösungen anzubieten. Denn wie gesagt, diesen Menschen geht es nicht um das Finden einer Lösung, ihnen geht es vielmehr um die innere Rechtfertigung, warum etwas nicht funktioniert, oder warum sie etwas nicht umsetzen können.

Versuche auch möglichst keine Emotionen und vor allem nicht zu viel Zeit in sie zu investieren. Diese Menschen wollen keine wirkliche Hilfe annehmen. Ein "Ja, aber"-Betroffener muss merken, dass er mit seiner Masche bei dir nicht punkten kann. Er darf seine "Krankheit" bei dir nicht ausleben. Ansonsten läufst du Gefahr, selber viel zu viel Kraft und Energie zu verlieren. Diese Menschen saugen dir förmlich die Energie aus deinen Knochen.

Ein guter Tipp ist auch, dich von deiner Verantwortung den Betroffenen gegenüber zu lösen. Du trägst nicht die Verantwortung dafür, ob "Ja, aber"-Betroffene, etwas erreichen oder eben nicht. Ein solcher Mensch denkt in der Regel nicht wie du, er denkt nicht in konstruktiven Lösungsansätzen. Er hat nur die Vermeidung von Eigenverantwortung im Sinn. Bewusst oder unbewusst.

Und schließlich brauchen „Ja, aber“–Menschen klares Feedback ohne große Diskussion. Man darf das „Ja, aber“ nicht mehr gelten lassen. Das ist ein Reifungsprozess bei beiden Gesprächspartnern. Aber Vorsicht: Selbstverständlich gibt es auch Situationen, in denen „gesunde“ Menschen ein „Ja, aber“ produzieren. Dieses solltest du ernstnehmen und dich damit auseinandersetzen. Doch den Unterschied zwischen den beiden Menschentypen merkst du mit Sicherheit recht schnell.

Betroffenen empfehle ich wärmstens eine gehörige Portion wiederkehrender Persönlichkeitsentwicklung und die Zwangseinnahme vom heilenden "Warum nicht"!

Herzlichst.

Holger Malz


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