Warum das Problem NICHT das Problem ist


Jeder Mensch steht irgendwann in seinem Leben mal vor einem Problem. Ich nenne es bewusst Problem und nicht Herausforderung, Gelegenheit oder Chance, wie es die Chinesen tun, denn die meisten Menschen sehen in ihrem Problem schlichtweg eins: Ein Problem.

Und dennoch glaube ich, dass das Problem, vor dem du eventuell stehst, eben nicht das eigentliche Problem ist.

Grundsätzlich sollten wir eine Sache festhalten. Selbstverständlich liegt es nicht immer in deiner Hand, was dir zustößt. Ich gehöre auch nicht zu den Menschen, die behaupten, mit der „richtigen“ Einstellung entstünden keine Probleme. Und dennoch liegt bereits jetzt schon mehr Macht in deiner Hand, als du zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht glaubst.

Dein Einwand könnte nun lauten: „Was ist, wenn ich krank werde? Das habe ich nicht in der Hand. Aber das ist ein Problem“.

Da stimme ich dir zum Teil zu. Du hast nicht immer in der Hand, welche Probleme sich dir in den Weg stellen, jedoch hast du zu jedem Zeitpunkt die Gewalt darüber, wie du über das Problem denkst und wie es dich, deine Sicht und dein Handeln beeinflusst.

Lass mich dir eine kurze, persönliche Geschichte erzählen, anhand derer ich dir meinen Standpunkt näherbringen möchte.

Im Jahr 2010 wurde bei mir, durch einen glücklichen „Zufall“ – wie du mittlerweile weißt, glaube ich nicht an Zufälle – ein sehr gefährlicher Typ des schwarzen Hautkrebs festgestellt. Die Menschen um mich herum durchsuchten das Internet nach Lösungen und lasen sich in das Thema ein. Ich habe das nie getan. Ich wusste, dass dieses „Problem“ keinen nachhaltig negativen Einfluss auf mich ausüben könnte.

Doch mein damaliger Hautarzt sah die Dinge nicht so positiv und attestierte mir eine durchaus realistische Chance, dass ich daran versterben könnte.

Vermutlich jeder Mensch würde das zu diesem Zeitpunkt als ein ausgewachsenes Problem ansehen!

Dann ging alles recht schnell. Ich wurde bereits ein Tag nach der Diagnose in die Uniklinik überwiesen. Nach mehreren kleineren und einer großen, 6-stündigen Operation, einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt und einer 10cm großen Narbe am Rücken später, rieten mir meine Ärzte, ich solle unbedingt eine kleine Auszeit nehmen, um eine Kur antreten.

Für viele kommt nun der vielleicht weniger überraschende Teil meiner Geschichte: Ich habe kurz danach meinen damaligen Job gekündigt. Jedoch nicht, und jetzt wird es vermutlich etwas befremdendlicher, wie man zunächst denken könnte, um die dringend empfohlene Kur anzutreten, sondern um mich selbständig zu machen.

Doch, was hat mich zu diesem Schritt bewogen, mich selbstständig zu machen? Ein Schritt, der scheinbar so wenig mit Erholung und weniger Stress zu tun hat?

Der Grund ist der: Ich habe die Erkrankung kurz nach der Diagnose nicht mehr als Problem gesehen, sondern als Anstoss, etwas zu ändern. Und als Zeichen dafür, das ich nicht glücklich war, mit dem, was ich beruflich gemacht habe.

Welche Quintessenz kannst du nun aus dieser Geschichte und diesem Artikel ziehen? Du hast nicht immer unter Kontrolle, welche Probleme sich dir gerade auftun, du hast jedoch immer die Macht darüber, wie du die Probleme siehst und wie du darauf reagierst.

Denn, immer wenn wir glauben, ein Problem sei von außen verursacht und daher nicht steuerbar, ist genau dieser Gedanke das eigentliche Problem.

Und hier schließt sich der Kreis zu meiner gewählten Überschrift: Das Problem ist niemals das Problem. Das wirkliche Problem ist, dass wir denken, das Problem läge außerhalb von uns selber!

Verwirrend? Ja, vielleicht ein wenig! Aber es stimmt.

Das eigentliche Problem ist deine Sicht auf das Geschehnis und nicht das Geschehnis selbst. Wenn du diesen Umstand erst einmal verinnerlicht hast, wirst du die Macht darüber gewinnen, wie sich dein Leben entwickelt, denn ab diesem Moment bist du in der Lage, die Lösung von innen heraus zu finden.

Das Resultat, und dies will ich dir an dieser Stelle nicht vorenthalten, wird eine

ausgeglichene Sichtweise sein, auf die kleineren und größeren Probleme, die sich dir noch in den Weg stellen mögen. Dadurch gewinnst du übrigens beinahe automatisch an Selbstbewusstsein, da du weißt, dass die Macht alleine bei dir liegt.

Möge die Macht mit dir sein! ;-)

Herzlichst. Holger Malz


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